Legio Patria Nostra

Es war einmal ein junger Mann,
der fragte sich, was er wohl kann?
 
Sport - das war sein Lieblingsfach,
dennoch spielte er auch gerne Schach.
 
Auch interessierte er sich für die Religion,
doch noch mehr liebte er die Fremdenlegion.
 
Sein Vater kämpfte tapfer in Algerien,
er aber träumte von den nächsten Ferien.
 
Dann kaufte er sich eine Zugfahrkarte
und fühlte sich wie Napoleon Bonaparte.
 
Sein Ziel war das Rekrutierungsbüro in Straßburg,
nur einen Katzensprung entfernt von Offenburg.
 
Er war 18 Jahre und noch ein junger Spund,
doch wollte er auf keinen Fall zum Bund.
 
Er wollte werden wie sein Vater,
ein Legionär aber kein Pater.
 
D'rum klopfte er entschlossen an die Pforte,
ihm fehlten aber noch die passenden Worte.
 
Ein grimmiger Caporal öffnete ihm das Tor,
es war wie im Traum, so kam es ihm vor.
 
Doch schon bald hatte er kapiert,
das dies kein Zuckerschlecken werden wird.
 
In Aubagne wurde er gemustert und gecheckt,
von da an hatte er Blut geleckt.
 
Nach 3 Wochen unterschrieb er seinen Vertrag,
für ihn persönlich ein ganz besond'rer Tag.
 
Dann ging es ab in sein Ausbildungsregiment,
ein jeder Legionär dies sehr gut kennt.
 
Dort lernte er das Singen, Bügeln und Marschieren,
auch das Schießen und Kriechen auf allen Vieren.
 
Dann durfte er tragen voller Stolz das weiße Kepi,
kurz gesagt: darüber war er äußerst happy!
 
Dann ging's für ihn auf in die Wüste nach Djibouti,
fern ab der Heimat und seiner Mutti.
 
Seine neue Familie war nun die Legion,
eine ganz besondere Liasion.
 
Am Horn von Afrika er blieb 2 Jahre,
dann ging's auf zum ersten Kampf nach Harare.
 
In Simbabwe erlebte er schreckliche Gefechte,
verletzte sich dabei die Hand, die rechte.
 
Er kämpfte dort in den vordersten Reihen,
man würde ihm dafür einen Orden verleihen!
 
Verwundet kehrte er heim nach Frankreich,
wurde dort empfangen wie ein Ölscheich.
 
Der Präsident ihm verlieh das Kreuz der Ehrenlegion,
es war zugleich der Dank einer ganzen Nation!
 
Hochdekoriert begab er sich auf seine letzte Reise,
der Tod fuhr mit, auch wenn nur leise...
 
Er kämpfte nunmehr gegen die Kongolesen,
sein edler Vater wäre stolz gewesen.
 
Wie schon in der Schlacht von Camerone,
verschoß auch er seine letzte Patrone.
 
Dann traf ihn eine Kugel in den Schädel,
er hinterließ ein wunderhübsches Mädel.
 
Beerdigt wurde er in seiner Heimatstadt,
er dort nun seine ewige Ruhe hat.
 
Alle Kameraden ihn sehr vermissen,
wenn sie für ihn die Fahne hissen.
 
Die Legion wird ihn nie vergessen,
der Verlust ist nur schwer zu messen.
 
Alle Rechte bei Ralf Marder, Mle 174978